Der König auf dem Festplatz

Stolz und majestätisch ragt er in den Himmel. Aus schwindelerregenden 18 Metern überblickt der Kommandoturm das Sporrerareal in Wülflingen. Zu seinen Füssen findet in knapp drei Wochen das grosse Turnfest statt.

Kurz nach dem Aufbau steht das Wahrzeichen einsam da. Doch nun strömt Volk zum Turm. Das OK RMS hat zur Audienz geladen. In luftiger Höhe findet eine der höchsten Pressekonferenzen eines Turnfestes statt.

Übersicht und Symbol

Der Ausblick ist atemberaubend, was durch die schlagenden Wind- und Wetterböen auf der obersten Plattform noch bestärkt wird. Auf diesen Wiesen, Feldern, Sportrasen, Hartplatz und in der Reitarena entstehen die Anlagen, wo sich 3’000 Turnerinnen und Turner in den sportlichen Wettkämpfen am 10. und 11. Juni messen. Mit der Aufrichtung des Turms ist der Startschuss für die baulichen Vorbereitungen erfolgt. Möge die RMS also beginnen.

Es gibt viel zu tun

Wie in den Jahren 1989 und 2000 geniesst die Turnfamilie Wülflingen Gastrecht für ein Turnfest auf dem Sporrer. Der Fussballclub und der Kavallerieverein stellen dankbarerweise ihre Anlagen zur Verfügung. In der Reithalle finden die Gerätewettkämpfe statt. Hier wird nächste Woche ein Holzboden eingelegt, um den feinen Sand vor Verunreinigungen und die Pferde vor Verletzungen zu schützen. Mit der stabilen Bodenverankerung der Geräte gibt es dann noch eine Knacknuss zu lösen. Nicht die einzige. Allgemein steht viel Arbeit in den letzten drei Wochen vor dem Fest bevor. Noch warten über 100 Tonnen Material darauf, von fleissigen Helferhänden verbaut zu werden.

Was sich unvorstellbar und anstrengend anhört, geschieht Stück für Stück. Zahlreiche Helfende pilgern in diesen Tagen auf den Sporrer. Viele davon aus der Turnfamilie, von befreundeten Turnvereinen, aber auch von Dorfvereinen. Die Solidarität ist gross.

Schweiss ist dicker als Wasser

Es sind erlebnisreiche Tage. Viele Begegnungen werden stattfinden, viele Wörter gewechselt, viele Schweisstropfen bei gemeinsamer Arbeit vergossen. Diese Verbundenheit lässt neue Freundschaften entstehen.  Der gemeinsame Weg ist das Ziel. Für die Turnfamilie bedeutet dieses Zusammengehörigkeitsgefühl während dieser Tage das eigentliche Fest. Am Festwochenende bleibt dann dafür keine Zeit mehr. Der vorhin nach innen gerichtete familiäre Blick ist auf die Turnenden und Gäste fokussiert.

Sympathie für Turn+Fest ist gross

Nun beginnen die letzten rund 10’000 veranschlagten Arbeitsstunden. Von diesen sind in der Planung nur noch 80 Stunden nicht besetzt. Alle Helfenden arbeiten ehrenamtlich. Das Personalkomitee hat sie zumeist nach ihren Wünschen, ihren beruflichen Tätigkeiten oder Fähigkeiten eingeplant. Entschädigt werden die Helfenden durch die Einladung zu einem Helferfest, je nach finanziellem Erfolg des Turnfestes. Bis dieser da ist, muss zuerst das Gesamtbudget von rund CHF 700’000 eingenommen werden. Ein Teil davon ist bereits durch den Festkartenerlös von den Turnenden erfolgt. Ein weiterer Teil wird von zahlreichen Gönnern gedeckt. Hier ist die Sympathie für die Wülflinger Turnfamilie am deutlichsten spürbar. Viele lokale und städtische Firmen treten als grosszügige Sponsoren auf. Doch auch die Stadt bringt viel Wohlwollen entgegen, was sich besonders in den lösungsorientierten Gesprächen zu Sicherheit und Verkehr erwiesen hat.

Unfallfreie Wettkämpfe bei guter Stimmung

So darf die Wülflinger Turnfamilie zuversichtlich auf das Turnfestwochende blicken. Wünschenswert sind besonders unfallfreie Turnvorführungen bei sommerlichem Juniwetter und eine gute und friedliche Stimmung bei allen Besuchern. Sind diese Faktoren gegeben, ergibt sich alles andere von selbst. In Wülflingen wächst das Turnfest, und es ist auf gutem Weg. Mit dem Kommandoturm ist ein erster baulicher Meilenstein gesetzt. Weitere werden in den kommenden Tagen folgen.

Den ganzen Bericht in der Winterthurer Zeitung vom 24. Mai 2017 findest Du hier.

2017-05-29T21:46:01+00:00 24. Mai 2017|Allgemein, Helfer|